Tobias Heinz ins Amt eingeführt: Diakon leitet Kircheneintritts- und Informationsstelle an der Antoniterkirche    

Man kann ja vieles wegen Corona derzeit aufschieben. Aber eben nicht alles. Und vor allem nicht für immer. Die Amtseinführung von Tobias Heinz ist so ein Fall. Er hat seinen Dienst als Diakon an der Antoniterkirche am 1. Februar des vergangenen Jahres angetreten. „Damals wollte er mit uns allen ein Kölsch trinken“, erklärte Pfarrer Markus Herzberg beim Einführungsgottesdienst in der Antoniterkirche an Epiphanias, dem Tag der Erscheinung des Herrn. „Aber das ging natürlich nicht“, fuhr Herzberg fort. „Aber das holen wir auf jeden Fall nach. Nun ist es uns ein Anliegen, Dich zumindest vor dem ersten Jahrestag Deines Amtsantrittes offiziell einzuführen“, sagte der Pfarrer an Heinz gewandt. Der Diakon ist Leiter der Evangelischen Kircheneintritts- und Informationsstelle (EKI) an der Antoniterkirche. Neben ihm wurde auch Barbara Schulz als ehrenamtliche Mitarbeiterin eingeführt. Sie wird Heinz unterstützen. Herzberg erinnerte an die erste Neuerung, die der Diakon durchgesetzt hat. „Der Eintritt in Corona-Zeiten ist jetzt auch kontaktlos möglich. Die Landeskirche hat zwar gesagt, dass das nicht gehe. Aber die Telefonseelsorge funktioniert ja auch physisch kontaktlos.“

In seiner Predigt ließ Tobias Heinz sein erstes Dienstjahr im Lichte der Pandemie Revue passieren. „Der Mensch braucht Etappen. Und Rhythmen. Das Wochenende etwa. Oder Silvester mit der Hoffnung, dass im nächsten Jahr alles besser wird. Ich hoffe, Ihr hattet trotz Corona und dem Hochwasser an der Ahr auch einige schöne Momente.“ Für ihn sei das Jahr sehr kräftezehrend gewesen. „Aber es gab auch Sternstunden. Vor allem die Arbeit hier. Ich habe die Antoniterkirche als Ort lieb gewonnen. Danke, dass ich bei Euch sein darf.“ Heinz wünschte den Besuchern und Besucherinnen des Gottesdienstes mehr Gelassenheit und Gottvertrauen für das neue Jahr. „Ich selbst habe den Vorsatz, weniger negative Nachrichten auf mich einwirken zu lassen und mehr auf die positiven Nachrichten zu blicken.“

„Schau jeden Tag auf diese Welt, als wäre es das erste Mal“

Heinz erinnerte an das Buch „Oskar und die Dame in Rosa“. Der zehnjährige Oskar ist ein leukämiekranker Junge, bei dem keine Behandlung mehr anschlägt. Das Krankenhauspersonal und auch seine Eltern können und wollen ihm nicht sagen, dass er nur noch wenige Tage zu leben hat. Trotzdem erkennt Oskar an den mitleidigen Blicken, wie es um ihn steht. Seine Oma rät ihm, mit Gott zu sprechen. Das tut er. Er dankt Gott dafür, dass er gekommen ist, als es ihm nicht gut ging. Er dankt Gott für die Morgendämmerung, weil er sich ins Zeug gelegt habe, um die Nacht zu vertreiben. Und er dankt ihm für die Jahreszeiten. „Schau jeden Tag auf diese Welt, als wäre es das erste Mal. Das will ich auch. Ich glaube, dass jeder Tag einen Moment bereit hält, für den man auf die Knie fallen kann. Wie die drei Weisen aus dem Morgenland im Stall von Bethlehem“, sagte Heinz. „Happy Epiphania!“

Energie und Lebensfreude aus dem Glauben ziehen

Tobias Heinz ist 37 Jahre alt. Aufgewachsen ist er in der Hunsrück-Mosel-Region, in einem 200-Seelen-Dorf. Seit kurzem ist er in Hürth zu Hause. Sein Lebensgefährte arbeitet als Vikar in Lübeck. Beide pendeln an den Wochenenden regelmäßig zwischen dem Rheinland und dem hohen Norden hin und her. Heinz war viele Jahre in der Kranken- und Altenpflege tätig. Darüber hinaus pflegte er ein großes Interesse an Theologie und Kirche. „Das brachte mich auf die Idee, noch einmal etwas ganz Anderes zu wagen: Nach einer zweijährigen Ausbildung wurde ich in Remscheid zum Diakon eingesegnet“, erzählt er über sich selbst. Dann führte ihn sein Weg nach Köln: „Hier gibt es ein vielfältiges evangelisches Leben, zugleich treten in dieser Zeit viele Menschen aus der Kirche aus. Eine Herausforderung für einen, der angetreten ist, Lust auf den Kircheneintritt zu machen. Doch seit meiner Jugend ziehe ich Energie und Lebensfreude aus dem Glauben – und bleibe zuversichtlich!“

Und er sagt auch warum: „Ich bin sicher, dass unsere Kirche gebraucht wird und den Menschen guttut: Als Gastgeberin mit einladend offenen Türen, mit Spiritualität, Gemeinschaft, Seelsorge und dem Engagement für Gottes Welt. Zusammen mit Ihnen will ich dem protestantischen Köln ein sympathisches Gesicht geben und die Menschen dieser Stadt dazu einladen, mit der Kirche und dem Glauben (neu) in Kontakt zu kommen. Ich freue mich sehr auf die Begegnung mit Ihnen. Wenn Sie Teil unseres EKI-Teams werden möchten oder sonstige Fragen haben, erreichen Sie mich im Citykirchenzentrum an der Antoniterkirche.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

Der Beitrag Tobias Heinz ins Amt eingeführt: Diakon leitet Kircheneintritts- und Informationsstelle an der Antoniterkirche     erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

„Das bedeutet für uns Umwälzung und Katastrophe“ – Online-Vortrag: Die Evangelische Kirche und die Einführung des „Judensterns“

Am Vorabend des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hält Prof. Dr. Siegfried Hermle einen ONLINE-VORTRAG am 26. Januar um 19 Uhr zum Thema Evangelische Kirche und die Einführung des „Judensterns“. „Das bedeutet für uns Umwälzung und Katastrophe“ – dieses Zitat von Victor Klemperer, bis 1935 Professor der Technischen Hochschule Dresden, bringt das Fazit von Hermle auf den Punkt. Victor Klemperer war jüdischer Abstammung.

Am 5. September 1941 wurde die sogenannte Sternverordnung eingeführt, der zufolge alle in Deutschland noch lebenden Jüdinnen und Juden einen gelben Stern an ihrer Kleidung zu tragen hatten. Sieben evangelische Landeskirchen, die von den nazitreuen „Deutschchristen“ dominiert waren, hatten in der Zeit der Herrschaft der Nationalsozialisten die Verordnung der Nürnberger Gesetze von 1935 zum Anlass genommen, alle aus dem Judentum stammenden Christinnen und Christen aus ihren Kirchen auszuschließen. Die Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche forderte die Landeskirchen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die „Sternträger“ von den Gottesdiensten fernzuhalten. Gegen diese Maßnahmen protestierten Organe, die der Bekennenden Kirche nahestanden. Aus ihrer Sicht waren die Maßnahmen mit dem Bekenntnis der Kirche unvereinbar.

Prof. Hermle wird an diesem Abend besonders auf die Solidarität mit den Ausgegrenzten eingehen und Beispiele aufzeigen wie die Breslauer Vikarin Katharina Staritz oder die Bremer Gemeinde Alt-St. Stephani-Süd. Diese gelebte Resistenz zeigt aus seiner Sicht eindrücklich, wie einzelne Christinnen und Christen in einer herausfordernden Lage ihr Christsein zu Beistand und konkreter Nächstenliebe führten, während die Kirchenleitungen versagten oder doch allenfalls ansatzweise für die Verfolgten eintraten.

Prof. Dr. Siegfried Hermle ist emeritierter Hochschullehrer für Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie an der Universität zu Köln.

Die Teilnahme an dem Online-Vortrag kostet 5 Euro, Anmeldung bis Mittwoch, 26.1., mittags unter anmeldung@melanchthon-akademie.de oder 0221.931803-0. Weitere Informationen: www.melanchthon-akademie.de

Text: MAK/APK
Foto(s): APK

Der Beitrag „Das bedeutet für uns Umwälzung und Katastrophe“ – Online-Vortrag: Die Evangelische Kirche und die Einführung des „Judensterns“ erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Russland-Ukraine-Konflikt: Gebet für Frieden

Mit einem Gebet für den Frieden in der Ukraine, Russland und den Nachbarstaaten hat die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Donnerstagabend einen Friedensaufruf verabschiedet. Die Delegierten zeigten sich tief besorgt angesichts der sich verstärkenden Eskalation durch die Bedrohung der Ukraine durch die russische Regierung und angesichts der Situation für die Partnerkirchen und alle Menschen in der Ukraine. „Wir drohen in eine Lage zu geraten, in der ein Krieg in den Bereich des Möglichen rückt“, heißt es im Beschluss.

In Erinnerung an die langjährige Versöhnungsarbeit mit Russland und im Sinne ihres Friedenswortes von 2018 setzte sich die Landessynode für die friedliche Konfliktlösung ein. „Angesagt ist keine eskalierend wirkende Konfrontation, sondern eine politische und militärische Deeskalation, die zum Ausgleich der Interessen, zu einer neuen Entspannungspolitik und damit zur Vermeidung eines neuen ,Kalten Krieges‘ beiträgt.“

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wird gebeten zu prüfen, ob zeitnah eine Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern der russisch-orthodoxen Kirche stattfinden kann, um ein gemeinsames Signal für Frieden und Zusammenarbeit zu senden. An die Gemeinden geht die Bitte, die gegenwärtige Situation und die verstrickten Nationen in ihre Gebete einzuschließen.

Auch auf der Synode sprach Miriam Haseleu, stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Mitte und nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung, im Anschluss an die Abstimmung über den Antrag ein Gebet, das auch in den Gottesdiensten der Gemeinden verwendet werden kann:

 

Gott,

mit Sorge schauen wir in die Ukraine und nach Russland.
Wir bitten dich für alle, die in die politischen und diplomatischen Verhandlungen involviert sind.
Wir bitten dich um Weisheit und Geduld und den unbeirrbaren Willen zum Frieden.

Wir bitten dich für die Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Osteuropa:
Wo Härte und militärische Stärke vorherrschen, schaffe du, Gott, dir Raum mit deiner Sanftheit und Güte und der Liebe zum Kleinen und Schwachen.
Wo Angst und Misstrauen sind, schaffe dir Raum mit deiner Großzügigkeit, mit der Hoffnung und dem Vertrauen.
Wo vergangene Ereignisse und Entfremdung Wunden geschlagen haben, da schaffe dir Raum mit deinem heilsamen Geist der Versöhnung.

Schaffe dir Raum, Gott, und deinem Shalom, deinem Frieden, der alle Menschen sieht und allen gilt.

Amen.

Text: ekir/APK
Foto(s): APK

Der Beitrag Russland-Ukraine-Konflikt: Gebet für Frieden erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Seelsorge und Klimaschutz – Rückblick auf die Landessynode 2022

Nach fünf Tagen ist die digitale Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Das Schwerpunktthema Seelsorge, eine Wahl zur Kirchenleitung, der Präsesbericht, Klimaschutz, Flüchtlingspolitik, Haushalt, Impfgerechtigkeit und ein Friedensappell standen neben vielen anderen Themen auf der Tagesordnung der 199 stimmberechtigte Abgeordnete aus den 37 Kirchenkreisen zwischen Niederrhein und Saarland. Mit darunter waren auch die Vertreterinnen und Vertreter der vier Kölner Kirchenkreise.

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger

„Für mich waren die Themen Treibhausneutralität der Ev. Kirche im Rheinland 2035, die Zukunft der Seelsorge und der Präsesbericht von Thorsten Latzel prägend für die Synode“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger mit dem Blick auf die Synode. „Mit dem Ziel der effektiven Begrenzung des CO2-Ausstoßes weltweit und dem Ziel der Klimaneutraltät 2035 für unseren Bereich haben wir eine historische Aufgabe vor uns, die ambitioniert und zugleich nötig ist. Wir müssen als Kirche in Bezug auf die Klimafrage größer, mutiger, langfristiger und zugleich konkreter denken und handeln als bisher. Es wird viel Aufwand sein, sich mit der nötigen fachlichen Expertise an jedem Ort mit der Zukunft, der Aufgabe oder der energetischen Ertüchtigung aller unserer Gebäude befassen zu müssen. Das ist eine Herausforderung, die wir annehmen müssen. Es hilft, das aus der inneren Überzeugung zu tun, dass wir heute die Verantwortung für die Lebensbedingungen der nächsten Generation wahrnehmen müssen. Hier ist die Klimaverantwortung oben auf der Tagesordnung. Ich sehe, welcher Aufwand in Presbyterien und Bauverwaltungen hier getrieben werden muss.“

Den Schwerpunkt der Landessynode bildete das Thema Seelsorge. Am Montagmorgen gestaltete Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Eva Schaaf aus Köln die Andacht, im Laufe des Tages wurden unterschiedlichste Bereich des Themas Seelsorge betrachtet.  „Seelsorge geschieht in der persönlichen Begegnung an verschiedenen Orten: niederschwellig auf der Straße, in Krisensituationen, zuhause, in Krankenhäusern, in Gefängnissen“, sagte Andrea Vogel, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, zu dem Thema. Frau Vogel, die im Sommer in den Ruhestand geht, ist im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region für die Bereiche der Seelsorge zuständig. „Es war berührend, dass auf meiner letzten Landessynode nach über 25 Jahren gerade das Thema Seelsorge im Vordergrund stand. Denn für diese Arbeitsfelder bin ich als Superintendentin zuständig. Mein Anliegen war und ist die Seelsorge. Sie ist nicht immer sichtbar, ist aber ein notwendiger und gefragter Beitrag der Kirche zum Leben unserer Gesellschaft. Vieles mag in der Gesellschaft an Kirche – auch mit Recht – kritisiert werden, die Seelsorge wird geschätzt.“

Superintendentin Andrea Vogel

Auf ihrer Tagung hat die Landessynode Leitsätze, Empfehlungen und eine Perspektivschrift zur Zukunft der Seelsorge verabschiedet, die in ihrem Kern die Relevanz der Seelsorge als kirchliches Handlungsfeld herausstellen und Wege aufzeigen, wie diese auch künftig in einer kleiner werdenden Kirche, mit weniger Geld und Personal, präsent sein kann. „Es hat mich gefreut, dass wir auf dem richtigen Weg sind für unseren Bereich Köln und Rhein-Berg und Rhein – Erft“, sagte Superintendentin Vogel rückblickend auf diese Beschlüsse. „Ein Beispiel dafür ist die Ausbildung Ehrenamtlicher in der Seelsorge, die wir vor einigen Jahren begonnen haben. Über die Bereiche der Telefon- und Notfallseelsorge hinaus bilden wir Menschen aus, die sich ehrenamtlich im Bereich ihrer Gemeinde oder in der Krankenhausseelsorge engagieren wollen. Das Positionspapier, das die Landessynodalen zum Thema Seelsorge verabschiedet haben, bestärkt mich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, denn hier wurde auch die Ausbildung Ehrenamtlicher in der Seelsorge als zukunftsweisend genannt. Ebenso wird die Einrichtung einer Ideenbörse für Zukunftsmodelle der Seelsorge eingerichtet werden. Hier können wir unsere Ideen der Neustrukturierung der Krankenhausseelsorge in Köln und Region einbringen.“

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt auf der Synode war der erste Jahresbericht von Präses Dr. Thorsten Latzel. „Menschenfreundlichkeit, Hoffnung auf Gott und Mut zur Gestaltung – das macht unseren evangelischen Glauben aus“, sagte er in seinem Bericht und ging unter anderem auf die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr ein, die auch die Kölner Kirchenkreise getroffen hatte. „Da ist etwas zerrissen, hat Spuren hinterlassen. Bei vielen Menschen. Auch bei mir. Was im Sommer letzten Jahres geschehen ist, hat auch mich verändert, meinen Glauben. Das Leiden, die Zerstörung ganzer Orte – aber auch die faszinierende Nähe und Hilfsbereitschaft.“ Zu den zentralen Aufgaben der Gemeinden und Kirchen gehöre in den nächsten Jahren nachgehende Seelsorge, diakonische Beratung und eine heilende Erinnerungskultur.

„Unser Präses hat sein Amt in Coronazeiten und erschwerten Bedingungen angetreten. Er hat gleichwohl unglaublich viele Kontakte gesucht und viele Erfahrungen dieses kritischen Jahres 2021 tiefgreifend reflektiert. Das zeigte sich in seinem ersten Präsesbericht“, sagte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger zu dem Bericht des Präses. „Sein Motto zum Bericht: „Offen begegnen, trotzig hoffen, mutig gestalten“ gefällt mir gut. Er durchdringt unsere komplizierte Lage als Gesellschaft und in der Kirche im Wandel sehr wach und mit geistlich-theologischem Blick. Mir ist ein starkes Bild hängen geblieben: Beim Leben in der Krise ist es wie beim Wandern: Es gilt auf die eigenen Ressourcen zu achten und zugleich in Bewegung zu bleiben. Das trifft eigentlich alles. Wir müssen aufmerksam auf unsere Kapazitäten achten, aber zugleich müssen wir weitergehen und in manchen Bereichen, siehe Klimaschutz, schneller und aktiver vorwärtsgehen als bisher. Aber man kommt so tatsächlich voran und macht Fortschritte, das wiederum motiviert zum Weitergehen.“

Superintendent Markus Zimmermann

Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat am Donnerstag auch den Haushalt 2022 mit einem Gesamtvolumen von knapp 542 Millionen Euro beschlossen. Im vergangenen Jahr lag der Ansatz bei 532 Millionen Euro. Für dieses Jahr prognostiziert Oberkirchenrat Henning Boecker, Leiter der Abteilung Finanzen und Diakonie, einen Überschuss von rund 3,7 Millionen Euro. Das Haushaltsjahr 2021 schloss noch mit einem Minus von mehr als sieben Millionen Euro ab. Mit knapp 63,5 Prozent der Ausgaben bleiben Personalaufwendungen auch 2022 der größte Haushaltsposten. Die Jahresabschlüsse für die Jahre 2019 und 2020 stellte Markus Zimmermann, Superintendent des Kirchenkreises Köln Nord, vor. Er ist Leiter des Finanzausschusses der Landeskirche. Der Jahresabschluss des rheinischen Landeskirche 2019 wurde mit einem Jahresergebnis von 11.482.358,47 Euro und einer Bilanzsumme von 1.783.815.901,90 Euro festgestellt, wie aus dem Bericht der Rechnungsprüfungsstelle hervorgeht. Der Jahresabschluss des rheinischen Landeskirche 2020 wurde mit einem Jahresergebnis von 11.980.728,19 Euro und einer Bilanzsumme von 1.778.418.536,76 Euro festgestellt.

Superintendentin Susanne Beuth

Außerdem wählte die Synode im ersten Wahlgang Pfarrerin Dr. Wibke Janssen als neues hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die 56-jährige Theologin wird damit auf Oberkirchenrätin Barbara Rudolph folgen, die zum 1. September in den Ruhestand tritt. Wibke Janssen arbeitet zurzeit als Pfarrerin in Bonn an der Erzbischöflichen Liebfrauenschule in Bonn, Skriba des Kirchenkreises und Vorsitzende des Ständigen Theologischen Ausschusses der rheinischen Kirche. Weiter beschäftigte sich die Synode auch mit der Problematik, dass an den Grenzen Europas immer wieder Recht offen gebrochen wird, und der Impfgerechtigkeit. Dieses Thema war von Susanne Beuth, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Mitte, auf der Synode eingebracht worden.

Zum zweiten Mal hatte die Landessynode digital getagt. Auch wenn die Landeskirche immer wieder Angebote zur digitalen Begegnung während der Tage angeboten hatte, waren Austausch und Diskussionen nur eingeschränkt möglich. „Es gab aufgrund der aktuellen Gesundheitslage keine Alternative zu einer digitalen Landessynode. Wir haben gespürt, dass wir das Miteinander der synodalen Gemeinschaft und die dynamischen Gespräche in immer neuen Konstellationen, die sich normalerweise ergeben, schmerzhaft vermissen“, sagte Stadtsuperintendent rückblickend auf die digitale Synode. „Wir haben es mit viel Disziplin und Wachheit in der digitalen Kommunikation trotzdem geschafft, ehrliche und inhaltsreiche Debatten zu den so wichtigen Themen und Aufgaben zu führen, in den Ausschüssen und im Plenum. Ich finde, es ist insbesondere in den Andachten gelungen, mit dem Blick auf menschliche Lebenslagen aus diversen Lebensfeldern, etwa bei der Seelsorge in der Justizvollzugsanstalt und der Notfallseelsorge, Empathie spüren zu lassen und sich berühren zu lassen.“

 

Text: APK
Foto(s): ekir.de / APK

Der Beitrag Seelsorge und Klimaschutz – Rückblick auf die Landessynode 2022 erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Andacht aus der JVA Ossendorf: Gefangene singen über „ihre Zelle“

„Für mich ist meine Zelle ziemlich klein, aber was für eine Welt muss meine Zelle für einen Silberfisch sein“, singt ein Gefangener aus der JVA Ossendorf und schlägt die Saiten seiner Gitarre an. „Ich denk‘ so klein zu sein, wäre doch ein Segen. Vielleicht werd‘ ich irgendwann ein Silberfisch in einem nächsten Leben.“ – Groovige Klavier- und Cajon-Klänge begleiten ihn. Mit dem kreativen Lied gibt er einen Einblick in seinen Alltag. Und auch andere Gefangene aus der JVA Ossendorf machen bei der Andacht am Montagmorgen mit. Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Eva Schaaf aus Köln hat sie gemeinsam mit Gefangenen aus der JVA Ossendorf gestaltet, denn das Thema Seelsorge steht im Mittelpunkt der 75. Tagung der rheinischen Landessynode. Die 199 stimmberechtigten Abgeordneten aus den 37 Kirchenkreisen in der Evangelischen Kirche im Rheinland haben wieder digital getagt.

„Nein, das hier ist kein Hotel, sondern ein Ort, an dem sich Menschen elementaren Fragen stellen, verzweifeln, die Einsamkeit nicht aushalten, weinen, beten, schreien, lachen, Angst haben, durchdrehen, Hoffnung schöpfen, Zuwendung empfangen und verschenken“, sagte Pfarrerin Schaaf in ihrer Ansprache aus der Gefängniskirche. „Vieles greifen wir Seelsorger:innen in vertraulichen Gesprächen und auch den Gottesdiensten auf.“ Die Themen der Gefangenen werden spirituell und christlich eingeordnet aufgegriffen – für viele eine ganz neue Erfahrung.

Ein Besuch pro Monat

Die ohnehin geringenen Kontaktmöglichkeiten seien durch die Pandemie stark eingeschränkt, berichtete Pfarrerin Schaaf. Ein Besuch pro Monat und abgesehen von einer Stunde Hofgang sitzen viele Gefangenen 23 Stunden in ihrer Zelle: auf 8 Quadratmetern, davon einige Stunden mit anderen Gefangenen, die sie in ihre Zelle einladen dürfen. „Leider nehmen wir bundesweit die Zunahme von psychisch kranken Gefangenen wahr, die weitgehend von Kommunikationmöglichkeiten abgeschnitten sind“, berichtete Pfarrerin Schaaf.

Viele verzweifelten an Abhängigkeiten, die ihr Leben bestimmen, drinnen wie draußen, erklärte Schaaf. Sie zitierte aus dem Gedicht des Gefangenen Sören mit dem Titel „Ein Brief“: „Ich warte nur darauf, dass du hier rauskommst. Ich finde dich. Ich mache dir das Leben zur Hölle. Mal sehen, wie es dir dann geht. Ich nehme dir alles, was geliebt ist. Ich kenne keine Gnade. Du kennst mich nicht. Du willst es aber immer noch nicht wahrhaben. Ich bin es, deine Sucht.“ Über die Hälfte der Inhaftierten sei suchtkrank.

Der Blick hinter diese Mauern, der schärfe auch den Blick nach draußen. Pfarrerin Schaaf fasste zusammen: „Sucht ist unser aller Problem – Sucht durchzieht das System, in dem wir leben.“ Sucht nach Profit, Energie, sich selbst zu erhöhen, nach Macht – sie sie versklavend. Sie fragte: „Wie der Sucht entkommen? Sören hat sich seiner Angst gestellt. Wie sieht es bei uns selbst aus?“

Haben Sie Interesse an weiteren Videos? Dann schauen Sie doch rein und abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal: www.youtube.com/kirchekoeln

 

Text: Frauke Komander/APK
Foto(s): APK

Der Beitrag Andacht aus der JVA Ossendorf: Gefangene singen über „ihre Zelle“ erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

„Alles hät sing Zick“ – Karnevalsandacht im Dom

Biblische Bezüge hat das Motto dieser Karnevals-Session: „Alles hat seine Stunde“, heißt es im Buch Kohelet im Alten Testament. Das amtierende Dreigestirn Prinz Sven I. (Oleff), Jungfrau Gardemie (Dr. Björn Braun) und Bauer Gereon (Gereon Glasemacher) waren zur Karnevals-Andacht in den Dom gekommen. Und angesichts des Schicksals, das die Drei derzeit mit tapferer Heiterkeit meistern, wäre auch ein Bezug zu Hiob nicht völlig verfehlt gewesen. Die Tollitäten gehen in ihre zweite Amtszeit. Und wieder fallen alle Sitzungen und der Höhepunkt, der Rosenmontagszug, aus. Am Abend vor der Andacht im Dom hatte Oberbürgermeisterin Henriette Reker das Dreigestirn im Gürzenich proklamiert. Ohne Publikum vor Fernsehkameras.

Immerhin: Farbenprächtige Bilder lieferte die Andacht mit Stadtsuperintendent Dr. Bernhard Seiger und Stadtdechant Robert Kleine. Zahlreiche Karnevalsgesellschaften hatten Vertreterinnen und Vertreter in Uniformen geschickt, die ihre „Plaggen“ in die Höhe reckten. „Alles hät sing Zick: Unser Motto für diese außergewöhnliche Session. Der Charakter der Zeiten ändert sich. Unbeschwert fühlt sich anders an. Wir suchen den längeren Bogen, den längeren Atem und haben die Hoffnung auf eine bessere Zeit. Diese Hoffnung trägt und verbindet uns!“, eröffnete der Stadtsuperintendent seine Ansprache und zitierte anschließend aus dem Buch Kohelet nach evangelischer Lesart: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit. Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit. Klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit. Alleinsein hat seine Zeit, Gemeinschaft hat seine Zeit. Abstand halten und feiern hat seine Zeit. Warten hat seine Zeit, und wieder loslegen hat seine Zeit.“

Geschenk der Gemeinschaft und der Nähe

Seiger verwies darauf, dass das Dreigestirn trotz Corona Freude verbreiten werde. Über 40 Termine stehen an. Meist vor Senioreneinrichtungen und bei anderen sozialen Projekten. Prinz, Bauer und Jungfrau werden dann auf einem umgebauten Lastwagen zu sehen und zu bejubeln sein. „Wenn es gut geht, dann wird die Freude über all das, was Fastelovend ausmacht, in den nächsten Jahren ausmacht, groß sein, größer vielleicht als zuvor. Weil wir es wieder neu zu schätzen wissen. Weil wir spüren, wie wertvoll das Geschenk der Gemeinschaft und der Nähe ist. Wir werden auf neue Weise singen, tanzen und schunkeln, weil wir erlebt haben und wissen: Nichts ist selbstverständlich!“, fuhr der Stadtsuperintendent fort.

Fünf Ideen zählte Seiger auf, die gegen die grassierende Traurigkeit unter den Jecken ins Feld geführt werden können. Singen, Gemeinschaft, sich bewegen, sich nicht so ernst nehmen und ein weites Herz, das im Karneval schon immer eine große Rolle gespielt hat: „Unser Dreigestirn geht in Krankenhäuser und Hospize und verbreitet Freude! Was für ein Schatz! Was wärmt es einen, wenn man merkt, in einem Gesicht ist ein neuer Glanz“. Und darüber hinaus könne man anderen eine Freude machen etwa mit einem Anruf, einem handgeschriebenen Brief oder mit Karnevalsgebäck vor der Wohnungstür. „Ich wünsche Euch eine gesegnete Zeit, wache Augen für den Nächsten und viel Freude am Leben und am Karneval“, gab der Stadtsuperintendent dem Dreigestirn und auch dem Kinderdreigestirn mit auf den Weg.

„In dieser Session können wir jedes Licht gebrauchen“

Auch die jungen Tollitäten Prinz Felix I., Jungfrau Helena und Bauer Robin waren zur Andacht gekommen. Sie hatten eine Kerze verziert, die Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn zu Beginn der Andacht entzündete. „In dieser Session können wir jedes Licht gebrauchen“, kommentierte Kuckelkorn. Die Predigt der Andacht hielt Stadtdechant Robert Kleine. „Wir leben in einer Zeit, in der die Seele kaum nachzukommen weiß“, hob er an. „Die Pandemie und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen begleiten uns weiter.“ Viele treibe die Angst um, die Sorge um die berufliche Existenz, die eigene Gesundheit und die der Lieben.

Ob man sich freuen könne? „Natürlich“, erklärte der Stadtdechant: „Lassen wir uns die Freude und die Hoffnung auf einen unbeschwerten Karneval nicht nehmen. Schon gar nicht von einem Virus!“ Er empfahl den Andachtsbesuchern und -besucherinnen, zur Ruhe zu kommen. Auch Jesus Christus habe für seine Jünger immer Zeiten und Räume gefunden, damit sie zur Ruhe kamen. Und damit sei nicht die Ruhe des Lockdowns gemeint. Es gehe, so Kleine, um ein Aufatmen und die damit verbundene Gelassenheit und Zuversicht. Und es gehe um Kleinigkeiten wie eine aufbrechende Knospe oder eine Ameise, die sich mit einem langen Zweig abmühe. Oder um ein Wort, das in einem etwas zum Klingen bringe. „Wir sollten ruhig werden und darauf warten, dass die Dinge zu uns sprechen.“

„Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit“

Das Dreigestirn stehe trotz aller Widrigkeiten für drei Dinge: „Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit.“ Die jungen und alten Tollitäten sowie Kleine und Seiger begründeten zum Schluss der Andacht eine neue Tradition: Sie beteten gemeinsam am Dreikönigsschrein, unter dem die Prinzen, Bauern und Jungfrauen anschließend hindurchschritten. Schließlich verabschiedeten der Stadtsuperintendent und der Stadtdechant die Dreigestirne zum Auszug mit herzlichem Applaus.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

Der Beitrag „Alles hät sing Zick“ – Karnevalsandacht im Dom erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Wochentipps: Karnevalsmärchen „Einmal Prinz – und (fast) zurück“ und Bachs Clavierübungen

Unsere Wochentipps decken diesmal die unterschiedlichsten Themenschwerpunkte ab: Es gibt einen digitalen Sektempfang zum Jahrestag „Frauenwahlrecht“, das Karnevalsmärchen „Einmal Prinz – und (fast) zurück“ und die Produktive Stille: Vier Entdeckungstouren. Dazu kommt klassische Musik mit Bachs Clavierübungen Teil II und III, dem Konzert in der Trinitatiskirche „Bach changes“ und dem Orgelkonzert mit Otto Maria Krämer. Am Vorabend des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, 26. Januar, lädt der Städtepartnerschaftsverein Ganey Tikva – Bergisch Gladbach e.V. Bürger zu einer Gedenkveranstaltung mit Lesung gegen  Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie der Eröffnung der Ausstellung „Zusammenhalt in Vielfalt – Jüdischer Alltag in Deutschland“ ein. Die alljährliche Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus findet am 27. Januar um 18 Uhr in St. Peter statt – in diesem Jahr richtet sich der Blick in besonderer Weise auf die Kölner Gesundheitspolitik während der NS-Diktatur.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie kann es kurzfristig zu Veränderungen kommen. Eventuell müssen Gottesdienste oder Veranstaltungen abgesagt oder in Online-Formate abgewandelt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei jeweiligen Kirchengemeinden und Einrichtungen, ob es beim jetzigen Stand der Planungen bleibt.

„Du hast die Wahl (1919-2022)!“

Digitaler Sektempfang zum Jahrestag „Frauenwahlrecht“ am 19. Januar

Am 19. Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung erstmals auf nationaler Ebene ihr Wahlrecht nutzen. Mehr als 100 Jahre später, am Mittwoch, 19. Januar, 18 Uhr bis 19.30 Uhr, laden die Pfarrerinnen Dorothee Schaper und Almuth Voss zu einem digitalen Sektempfang ein und würdigen das hohe Gut der Demokratie und deren Vorkämpferinnen und Vorkämpfer. Dabei erinnern sie an die Lebensleistung mutiger Frauen in patriarchalen, rassistischen und antisemitischen Strukturen. Die Teilnahme an der Veranstaltung der Melanchthon Akademie und der Frauenbeauftragten des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region ist kostenlos. Eine Anmeldung unter anmeldung@melanchthon-akademie.de oder per Telefon 0221/9318030 ist erforderlich. Anschließend bekommen die Teilnehmenden einen Zoom-Link zugeschickt.

www.melanchthon-akademie.de

20.01.2022, 19:30
Evangelische Kirchengemeinde Bickendorf
Epiphaniaskirche Bickendorf, Erlenweg 39, 50827 Köln
„Einmal Prinz – und (fast) zurück“
Ein Karnevalsmärchen und Musik – von Christina Kirsch
Was auf den ersten Blick nach Ruhm, Ehre, Prominenz und jecker Glückseligkeit klingt, gleicht tatsächlich einem Staatsakt und birgt ungeahnte Herausforderungen. Mit seiner Frau Christina hat Holger Kirsch, Prinz aus dem Dreigestirn von 2015, in „seiner“ Session Tagebuch geführt und lässt in einem humorvollen und ehrlichen Vortrag am Donnerstag, 20. Januar, 19.30 Uhr, in der Epiphaniaskirche Bickendorf, Erlenweg 39, die Zuhörerinnen und Zuhörer miterleben, was sich hinter den Kulissen des prächtigen Dreigestirns abgespielt hat. Johanna Otten (Klavier) und Georg Nolden (Gesang) runden musikalisch den Vortrag mit bekannten „Prinzenliedern“ ab. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es gilt „2G“ und Maskenpflicht. Der Eintritt ist frei.

www.gemeinde-bickendorf.de

22.01.2022, 10:00
Melanchthon-Akademie
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, 50678 Köln
Produktive Stille: Vier Entdeckungstouren
„4 Orte. 4 Zugänge. 4x Loslassen!“
Zu vier Entdeckungstouren, in denen produktive Stille erlebt werden kann, lädt die Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b, ein. An vier Orten wird nach einem Impuls gemeinsam Stille erfahren und im Anschluss in unterschiedlichster Art und Weise in Aktion übergehen. Den Anfang macht am Samstag, 22. Januar, 10 bis 15 Uhr, die Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24b. Das Thema lautet „Kunst und Wort“. Begleitet wird die Gruppe an diesem Tag von Robelis Rodriguez. Weitere Termine folgen an den Samstagen 26. März, (Thema „Tanz“ mit Nicole Eßer in der Evangelischen Kirche Weiden), 25. Juni (Thema „Gedanken und Gelassenheit“ in der Kapelle der Stille in Poll), sowie am 3. September (Thema „Sehen“ in der Christuskirche Brühl). Die Teilnahme kostet pro Ausflug 25 Euro. Eine Anmeldung per E-Mail an anmeldung@melanchthon-akademie.de ist erforderlich. Wer mitgehen möchte wird gebeten, eine Kleinigkeit für ein vegetarisches Mittagsbuffet mitzubringen.

www.melanchthon-akademie.de

22.01.2022, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein
Kreuzkirche Buchheim, Wuppertaler Straße 21
Bachs Clavierübungen Teil II und III
Zwei Konzerte in Buchheim und Mülheim
Die fusionierten Evangelischen Kirchengemeinden Mülheim am Rhein und Köln-Buchforst-Buchheim laden zu zwei Konzerten mit Professor Christian Rieger ein. Am Samstag, 22. Januar, 19 Uhr, wird die Clavierübung II. Teil (Cembalo) von Johann Sebastian Bach in der Kreuzkirche Buchheim, Wuppertaler Straße 21, aufgeführt. Am Samstag, 19. Februar, 19 Uhr, folgt ein Konzert mit der Clavierübung III. Teil (Orgel) in der Friedenskirche Mülheim, Wallstraße 70. Der Eintritt ist frei. Es gilt „2G“.

www.ekibubu.de

22.01.2022, 20:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
„Bach changes“ – Konzert in der Trinitatiskirche
Neue Perspektiven auf den alles verändernden Komponisten
Zum Konzert „Bach Changes“ am Samstag, 22. Januar, 20 bis 21 Uhr, lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, ein. Thorsten Rascher und George Warren tragen Elemente der beiden Komponisten Johann Sebastian Bach und Olivier Messiaen vor und setzen sie in Dialog mit zeitgenössischem Musikgeist. Johann Sebastian Bach war einer der facettenreichsten und einfallsreichsten Komponisten für Orgel überhaupt. Nach fast 300 Jahren ist sein Werk immer noch Hauptbestandteil der Studien eines jeden werdenden Organisten. Erst Olivier Messiaen vermag im 20. Jahrhundert den Einfallsreichtum und die Farbenfroheit Bachs aufzugreifen und auf seine ganz eigene Art fortzuführen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

www.trinitatiskirche-koeln.de

25.01.2022, 20:00
Trinitatiskirche
Trinitatiskirche, Filzengraben 4, 50676 Köln
Orgelkonzert mit Otto Maria Krämer: „…stilvoll und unvorhergesehen…“
Das Publikum wird an der Auswahl der musikalischen Themen beteiligt
Otto M. Krämer unterrichtet Liturgisches Orgelspiel/Improvisation an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und ist für seine innovativen Stummfilmbegleitungen bekannt. Zu einem Konzert mit dem Kirchenmusiker am Dienstag, 25. Januar, 20 bis 21 Uhr, lädt der Evangelische Kirchenverband Köln und Region in die Trinitatiskirche, Filzengraben 4, ein. Er präsentiert Improvisationen in diversen Stilen. Die musikalischen Themen werden zu Beginn mit dem Publikum festgelegt. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

26.01.2022, 19:00
Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach
Kirche zum Heilsbrunnen, Im Kleefeld 23, 51467 Bergisch Gladbach
„Zusammenhalt in Vielfalt – Jüdischer Alltag in Deutschland“ ONLINE
Lesung und Ausstellung im Gedenken an die Opfer des Holocaust

Am Vorabend des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, Mittwoch, 26. Januar, 19 Uhr, lädt der Städtepartnerschaftsverein Ganey Tikva – Bergisch Gladbach e.V. Bürgerinnen und Bürger zu einer Gedenkveranstaltung mit Lesung gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie der Eröffnung der Ausstellung „Zusammenhalt in Vielfalt – Jüdischer Alltag in Deutschland“ ein. In der Kirche zum Heilsbrunnen, Im Kleefeld 23, sind zehn preisgekrönte Fotos mit Szenen aus dem jüdischen Leben in Deutschland zu sehen. Die Fotos entstanden im Rahmen eines Wettbewerbs, der von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Initiative kulturelle Integration ausgelobt wurde. Heinz-D. Haun und Claudia Timpner werden Texte vortragen, die an den Holocaust anknüpfen, aber auch an Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in der heutigen Zeit. Musikalisch untermalt wird die Lesung von Holger Faust-Peters auf der Viola da gamba. Frank Stein, Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach, wird ein Grußwort sprechen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Lutz Urbach, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins. Achim Dehmel, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Bergisch Gladbach und Beisitzer im Verein, wird die Veranstaltung beschließen. Die Bilder werden bis Sonntag, 6. Februar, immer dienstags bis freitags, von 9 bis 15 Uhr gezeigt. Um Anmeldung per E-Mail an gedenken@gmx.de wird gebeten. Es gilt „2G“ und Maskenpflicht. Die Veranstaltung wird auch unter „Kirche zum Heilsbrunnen“ auf YouTube gestreamt.
www.heilsbrunnen.de

Alljährliche Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am Donnerstag, 27.01.2022, um 18 Uhr in St. Peter, Eingang: Leonhard-Tietz-Str. 6, 50676 Köln
Motto: „Erinnern – eine Brücke in die Zukunft“
Am Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz wird der Millionen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. In diesem Jahr richtet sich der Blick in besonderer Weise auf die Kölner Gesundheitspolitik während der NS-Diktatur. Die ACK Köln und die Melanchthon-Akademie gehören zu den Unterstützern der Veranstaltung. Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird ein Grußwort sprechen. Es gilt 2G. Die Veranstaltung wird gestreamt. Aktuelle Infos dazu über www.antonitercitykirche.de und www.frauengeschichtsverein.de

Text: APK
Foto(s): APK

Der Beitrag Wochentipps: Karnevalsmärchen „Einmal Prinz – und (fast) zurück“ und Bachs Clavierübungen erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Vielfalt der Konfessionen unter einem Stern: Gottesdienst zur Gebetswoche am 23.1.

Füreinander beten, Einheit gestalten: Am Sonntag 23. Januar 2022, wird um 15:30 Uhr im Kölner Dom der zentrale Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert. Dazu laden die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), die ACK in Nordrhein-Westfalen und die ACK in Köln ein. Der ökumenische Gottesdienst steht unter dem biblischen Motto „Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Mt 2,2). Diese Bibelstelle bezieht sich auf die drei Sterndeuter, die sich auf die Suche nach dem göttlichen Kind machen und landläufig als die Heiligen Drei Könige bekannt wurden. Da im Kölner Dom mit seinem Dreikönigsschrein die Sterndeuter verehrt werden, passt das biblische Motto auf besondere Weise zum Ort des zentralen Gottesdienstes. Im Dom wird auch ein  besonderer Stern zu sehen sein: Ein großer, dreidimensionaler Herrnhuter Stern wurde eigens für diesen Anlass hergestellt und kommt zukünftig bei ACK-Veranstaltungen in Köln zum Einsatz. Eine Kölner Sternsinger-Gruppe wird ebenfalls mit ihrem Stern vor Ort sein.

Christen gemeinsam unterwegs

Der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland, wird zusammen mit dem Kölner Weihbischof und Apostolischen Administrator der Erzdiözese Köln, Rolf Steinhäuser und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph von der Evangelischen Kirche im Rheinland den ökumenischen Gottesdienst leiten. Darüber hinaus bringen sich Vertreterinnen und Vertreter vieler weiterer ACK-Mitgliedskirchen in die Liturgie ein. Die lebendige Vielfalt christlicher Kirchen kommt auch durch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes zum Ausdruck. Neben  hierzulande bekanntem Liedgut, das von Professor Winfried Bönig auf der Orgel begleitet wird, singt der Komitas-Chor der Armenischen Gemeinde Köln unter  Leitung von Anush Nazaryan orientalische Hymnen.

Auch der „Mutter Gottes” Chor der Antiochenisch-Orthodoxen Metropolie unter Leitung von Khalil Fouad bringt sich in die musikalische Gottesdienstgestaltung ein. Die Musik verbindet sich dadurch mit den Texten des Gottesdienstes, die in diesem Jahr vom Rat der  Kirchen im Nahen Osten erarbeitet wurden. Beim Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen wird Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor Ort sein und ein Grußwort sprechen. Am Ende des Gottesdienstes ist unter Einhaltung der gültigen Corona-Regeln eine Prozession zum Dreikönigsschrein geplant. Die Prozession ist ein Symbol dafür, dass alle gemeinsam auf dem Weg zu Jesus Christus sind.

Die tagesaktuellen Corona-Regeln: www.koelner-dom.de/glauben/gottesdienste

Der Gottesdienst wird in Gebärdensprache übersetzt. Außerdem wird er vom Domradio als Live-Stream übertragen: www.domradio.de

Die Kollekte des  Gottesdienstes ist für das „Project HOPE, Not – und Übergangshilfe für Rückkehrer*innen und die lokale Bevölkerung in Bagdad sowie in Al Qosh und Qaraqosh“ bestimmt.

Gebetswoche hat eine lange Tradition

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen hat verschiedene Vorläufer, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. 1908 führte der Anglikaner und spätere Katholik Paul Wattson eine Gebetsoktav für die Einheit der christlichen Kirchen mit Rom ein. 1920 gab es eine Initiative des Vorbereitungsausschusses für die erste Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung. Seither wurde den Kirchen jedes Jahr ein kleines Materialheft zur Verfügung gestellt. 1966 wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Päpstlichen Einheitsrat auf einer gemeinsamen Konsultation beschlossen, das Material in Zukunft von einer  gemeinsamen Arbeitsgruppe erarbeiten zu lassen. Seit 1973 wird jeweils eine ökumenische Gruppe in einem bestimmten Land um einen Entwurf gebeten – für 2022 haben Christen aus dem Nahen Osten den Entwurf erstellt. Hier zu Lande wird der Text in der Geschäftsstelle der ACK in Deutschland übersetzt.

Weitere Informationen: www.gebetswoche.de

ACK in Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) repräsentiert etwa 50 Millionen Christinnen und Christen in Deutschland. Ihr gehören 18  Kirchen an, weitere sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen, sie richtet den Ökumenischen Tag der Schöpfung (in der Regel am ersten Freitag im September) aus, und auch die Vergabe des  Ökumenepreises der ACK liegt in ihren Händen. Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die Mitgliederversammlung, die zweimal im Jahr zusammenkommt. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, die „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Weitere Mitwirkende an der Liturgie:

• Pfarrerin Susanne Beuth (Evangelische Kirche im Rheinland, Vorsitzende der ACK in Köln, Superintendentin des Kirchenkreises Köln-Mitte)
• Reverend Christopher Easthill (Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland, stellvertretender Vorsitzender der ACK in  Deutschland)
• Landesbischof Friedrich Kramer (Evangelische Kirche in Deutschland, stellv. Vors. der ACK in Deutschland)
• Bischof Harald Rückert (Evangelisch-methodistische Kirche, stellv. Vorsitzender der ACK in Deutschland)
• Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Bistum Hildesheim, stellv. Vorsitzender der ACK in Deutschland)
• Bischof Serovpe Isakhanyan (Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche in Deutschland)
• Pastorin Friederike Meißner (Freie evangelische Gemeinde Köln-Mülheim)
• Pfarrerin Annette Muhr-Nelson (Evangelische Kirche in Westfalen, Vorsitzende der ACK in NRW)
• PD Dr. Burkhard Neumann (Erzdiözese Paderborn, Vorstand der ACK in NRW)
• Harald Pieneck (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford, Vorstand der ACK in NRW)
• Pastor Ekkehart Vetter (Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland) und Dr. Reinhardt Schink (Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland)
• Dr. Rainer Will (Erzdiözese Köln, Vorstand der ACK in Köln)
• Pfarrer Jürgen Wenge (Altkatholische Pfarrgemeinde Köln, Vorstand der ACK in Köln)
• Domvikar Jörg Stockem (Erzdiözese Köln)

Text: APK
Foto(s): APK

Der Beitrag Vielfalt der Konfessionen unter einem Stern: Gottesdienst zur Gebetswoche am 23.1. erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

„Was die Seele braucht“ – Auftakt zum Thema „Seelsorge“ auf der Landessynode 2022 der EKiR

Das Thema Seelsorge steht im Mittelpunkt der 75. Tagung der rheinischen Landessynode, die am Sonntag begonnen hat. Auch in diesem Jahr tagen die 199 stimmberechtigten Abgeordneten aus den 37 Kirchenkreisen in der Evangelischen Kirche im Rheinland wieder digital.

Den Auftakt am Montagmorgen machte Gefängnisseelsorgerin Pfarrerin Eva Schaaf aus Köln. Sie hatte gemeinsam mit Gefangenen aus der JVA Ossendorf die Andacht gestaltet. „Nein, das hier ist kein Hotel, sondern ein Ort, an dem sich Menschen elementaren Fragen stellen, verzweifeln, die Einsamkeit nicht aushalten, weinen, beten, schreien, lachen, Angst haben, durchdrehen, Hoffnung schöpfen, Zuwendung empfangen und verschenken“, sagte Pfarrerin Schaaf in ihrer Ansprache aus der Gefängniskirche. „Vieles greifen wir Seelsorger:innen in vertraulichen Gesprächen und auch den Gottesdiensten auf.“ Begleitet wurde die Andacht von einer kleinen Band, die überwiegend aus Gefangenen bestand.

Im Anschluss an die Andacht begrüßte Präses Dr. Thorsten Latzel NRW-Innenminister Herbert Reul und Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). „Mut schöpfen Menschen wegen anderer Menschen“, weil ihnen jemand zuhöre, weil jemand mitfühle, sagte Minister Reul in einem Grußwort. „Im Bereich der Polizei und des Rettungswesens erleben wir jeden Tag, wie wichtig es ist, dass jemand zuhört.“ Reul berichtete auch von Erfahrungen mit der Polizeiseelsorge. So seien bei den Ermittlungen im Missbrauchsfall Lügde Betreuung und Hilfe für die ermittelnden Beamtinnen und Beamten dringend nötig gewesen. Annette Kurschus erläuterte in ihrem Grußwort, wie Seelsorge ablaufen könne. „Man muss gar nicht immer ausdrücklich von Gott, von Jesus, von der Bibel reden. Manchmal sind sie unausgesprochen viel intensiver im Raum, wenn wir leibhaftig verkörpern, was wir von ihnen verstanden haben“, sagt die Präses und Ratsvorsitzende.

Im weiteren Verlauf des Vormittags beleuchteten verschiedene Impulse und Referate das Thema Seelsorge. „Mit dem Schwerpunktthema Seelsorge bringen wir eine zentrale Aufgabe der Kirche, die oft im Stillen, in Zweier-Gesprächen oder vertraulichen Begegnungen geschieht, in das helle Licht der öffentlichen Wahrnehmung“, sagte Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt, im Vorfeld mit Blick auf das Schwerpunktthema. „Unsere Botschaft an die Menschen und in die Gesellschaft hinein lautet: Seelsorge ist für dich da!“ Eine Perspektivschrift zum Thema Seelsorge wird zunächst in den Ausschüssen beraten und steht am Mittwochnachmittag im Plenum auf der Tagesordnung steht.

Weiter wird die Synode unter anderem über die Situation von Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen, Klimaschutz in der Kirche und den Haushalt 2022 beraten. Die Synode der EKiR tagt noch bis Donnerstag.

Text: APK
Foto(s): APK

Der Beitrag „Was die Seele braucht“ – Auftakt zum Thema „Seelsorge“ auf der Landessynode 2022 der EKiR erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.

Triduum – Drei Orgelkonzerte in sechs Tagen – Start der Konzertreihe 2022 in der Trinitatiskirche

Klangvoll und mit viel Orgelmusik startet das musikalische Jahr 2022 in der Trinitatiskirche. Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region eröffnet Ende Januar seine Konzertreihe mit einem kleinen Orgelmarathon – genau genommen mit drei Konzerten in sechs Tagen.

Orgelimprovisation – spontane konzertante Musik

Üblicherweise werden in Orgelkonzerten aufgeschriebene Kompositionen alter und neuer Meister vorgetragen und es steht die Interpretation großer Orgelwerke zum Beispiel von Bach, Mendelssohn, Reger, Widor und anderen Komponisten im Mittelpunkt. Anders ist es bei improvisierten Konzerten. Hier wird das Publikum oft mit einbezogen und kann vor dem Konzert Themenwünsche äußern, die dann von den Improvisatoren aus dem Moment heraus verarbeitet und in musikalische Formen gebracht werden. Dies macht Improvisationskonzerte stets zu etwas Interaktivem und Besonderen, das nicht reproduziert oder wörtlich wiederholt werden kann.

Orgelimprovisation hat einen festen Platz in der Trinitatiskirche

Die Kunst der Orgelimprovisation hat in der Trinitatiskirche seit Jahren einen festen Platz. Seit der Evangelische Kirchenverband Köln und Region hier regelmäßig einen Wettbewerb für Orgelimprovisation veranstaltet, hat sich die Trinitatiskirche mit Ihrer großen Klais-Orgel in der internationalen Orgelszene zu einem renommierten Ort entwickelt, der im In- und Ausland wahrgenommen wird.

Zwei Preisträger machen den Auftakt

So startet das diesjährige Triduum am Samstag, 22. Januar, 20 Uhr auch mit zwei Preisträgern dieses Wettbewerbs. Thorsten Rascher und George Warren haben 2019 gemeinsam den dritten Preis beim ersten Trinitatis-Orgelwettbewerb gewonnen und präsentieren ihre Kunst unter dem besonderen Titel: „Bach changes“. Die beiden jungen Künstler, die aus Bamberg bzw. aus Manchester stammen, sind beide noch in der Hochschul-Ausbildung in Würzburg und Köln und haben ein sehr spannendes Programm für vier Hände und vier Füße vorbereitet, welches die beiden Solisten im Wechsel vortragen werden. Orgelwerke von Johann Sebastian Bach werden im Dialog zu improvisierten Stücken vorgetragen.

„…stilvoll und unvorhergesehen…“

Das zweite Konzert des Triduums gestaltet Otto Maria Krämer am Dienstag, 25. Januar, 20 Uhr. Krämer gehört zu den ganz renommierten Orgelimprovisatoren in Deutschland, arbeitet als Kirchenmusiker in Straelen am Niederrhein, ist Konzertorganist und lehrt Improvisation an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er wird in verschiedenen musikalischen Stilen vom Barock über die Romantik bis zum „Freestyle“ über Themenwünsche aus dem Publikum musizieren.

„Mit Stil improvisiert“

Den Abschluss der drei Konzert setzt Wolf-Rüdiger Spieler am Donnerstag, 27. Januar, ebenfalls ab 20 Uhr. Auch hier wird das Publikum eingeladen sein, Themenwünsche zu äußern, die dann in unterschiedlichen Formen wie Concerto, Variationen, Fugen oder Sonaten eine musikalische Verarbeitung finden. Spieler ist nicht nur als Programm- und Organisationsleiter der Trinitatiskirche bekannt, er unterrichtet auch Orgelimprovisation an der Kölner Musikhochschule, arbeitet als Dirigent und Organist und leitet eine eigene Musikakademie.

Repräsentativer Ort in der Kölner Orgellandschaft

Die Trinitatiskirche ist seit 2010 zu einem der wichtigsten protestantischen Orte für Orgelmusik in Köln geworden. Seit dem Einbau der Klais-Orgel vor dreizehn Jahren haben hier bereits viele Orgelkonzerte und Orgelvespern mit regionalen und internationalen Solistinnen und Solisten stattgefunden. Besonderes Markenzeichen dieser hochkarätig besetzten Konzertreihen ist bis heute, dass man die Orgelmusik nicht nur hören, sondern auch sehen kann: eine Video-Übertragung vom Spieltisch auf der Empore in den Altarraum sorgt dafür, dass das Spiel der Solistinnen und Solisten auch optisch für alle mitzuerleben ist. Auch als inspirierender Unterrichtsort für Studierende der Kölner Musikhochschule und andere Meisterschüler wurde die Trinitatiskirche schon vielfach genutzt.

Eintritt frei – Zutritt mit 2G-Nachweis

Der Eintritt zu allen Orgelkonzerten – und somit auch zum Improvisationstriduum – ist frei. Vor dem Konzert wird der aktuelle 2G-Nachweis kontrolliert und es muss eine Maske getragen werden. Am Ausgang wird eine freiwillige Spende erbeten.

Über alle Konzerte, deren Programme und Mitwirkende informiert die Internetseite trinitatiskirche-koeln.de der Trinitatiskirche tagesaktuell.

Text: Wolf-Rüdiger Spieler/APK
Foto(s): Wolf-Rüdiger Spieler

Der Beitrag Triduum – Drei Orgelkonzerte in sechs Tagen – Start der Konzertreihe 2022 in der Trinitatiskirche erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.